Ich oute mich jetzt einmal als Sympathisantin der Dark romantischen Szene. In der Experimentierzeit meiner jungen Jahre, waren diese Gruppen noch dünn gesät, und man hatte so gut wie keine Berührungspunkte. Aber heute und hier bleibt mir nur noch über diese Faszination zu schreiben, weniger sie nach außen zu tragen. Wie unterschiedlichste  Erscheinungsformen ihrer Individualität Ausdruck verleihen, so haben sich hier die verschiedensten Splittergruppen gebildet, allen voran die Gothics, Gruftis, Batcaver, Endzeitromantiker, Schwarzromantiker und intimere Gruppen, die Insidernamen tragen. Ihre Erscheinungsformen sind immer wieder ein Hingucker. Begonnen hat der Hype so um 1983 herum in England, da finden sich zumindest die ersten Erwähnungen in einschlägiger Literatur.  

 

 

In Bezug auf Outfit, Frisur und Ideologie noch stark vom Punk geprägt, erlebten die Batcaver mit der Jahrtausendwende ein Revival mit aktiver Vernetzung zur amerikanischen Death Rock Szene. Der Batcave Kultur haftet weniger die Affinität zum Weltschmerz und zur Besinnlichkeit an, als vielmehr der Spaß am Schaurigen und  Morbiden. Parallel zur Hauptgruppierung der Batcave Kultur haben sich in Mitteleuropa die Gruftis entwickelt. Eine softere Variante, (Musikrichtung- Gothic Rock, Post-Punk, Death Rock). Endzeitromantiker identifizieren sich im Spiegel einer apokalyptischen, todeskonzentrierten Weltsicht, (Musikrichtung- neue deutsche Todeskunst, Neoklassik). Die Schwarzromantiker, auch Dark Romantic oder Romantic Goth genannt, bezeichnen die Anhänger einer Splitterkultur, die sich etwa parallel zu, bzw. unmittelbar nach, den Endzeitromantikern etablierte und sich insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zu einer der vorherrschenden Splitterkulturen innerhalb der Gothic-Szene entwickelte, (Musikrichtung- Neoklassik, Ethereal Wave, Pagan Folk). 

 

 

Und dann noch diejenigen, die sich nicht konkret einordnen lassen. In der zweiten Hälfte der 1980er entstand mit der wachsenden Popularität von Bands wie The Sisters of Mercy The Mission oder Fields of the Nephilim eine Fangemeinschaft, die sich von den äußeren Merkmalen aller zuvor genannten Splitterkulturen stark unterscheidet. Dabei dominieren vor allem lange Haare und Kleidungselemente der Hard-Rock-Szene. Dieses Outfit gipfelt bei einigen Fans in der vollständigen Übernahme des Kleidungsstils der Fields of the Nephilim, die aufgrund ihres Westernlooks, (Reitmäntel, Barmah/ Stetson-Hüte) scherzhaft als "The Bonanzas " betitelt wurden. Obwohl sich dieses Erscheinungsbild von den anderen deutlich abhebt, fällt es in die Zeit der viktorianischen Kulturperiode (19. Jahrhundert) und ist durch diese vorgeprägt.
(Musikrichtung- Gothic Rock und Ähnliches).

 


            

 

Die Gothic Kultur unterteilt sich in verschiedene Teilbereiche. Sie  ist eine vielseitige Subkultur, die ab Anfang der 1980er Jahre stufenweise aus dem Punk und New Wave Umfeld hervorging und sich aus mehreren Splitterkulturen zusammensetzt. Im Rahmen der Dark Wave Bewegung bildeten sich die verschiedenen Richtungen zwischen 1980 und 1990 heraus, unter dem Oberbegriff  "Schwarze Szene."

 

Primär entwickelte sich die Gothik Kultur aus dem Zusammenwirken der Musikrichtung Goth Rock und der Faszination an Außenseiter Themen, wie Tod und Vergänglichkeit. Das führte über Filme wie "Gothika" zur  Selbsterkenntnis, bis hin zur Selbstinzenierung. Neuzeitliches Toleranzdenken gab letztlich den Anstoß.
In allen Ländern werden die Anhänger dieser Szene als Goth` s bezeichnet, obwohl sich auf Grund der Neugruppierungen Kritik erhebt, was das Abverlangen des Respekts der unterschiedlichen Szenen Couleur untereinander erfordert .

 

Die zweckentfremdete Vermarktung des Goth Namens durch die Musikindustrie entfremdete den authentischen Kern der Szene. Die kommerziellen Medien haben Schritt für Schritt ein Gebiet übernommen, deren Inhalt dabei auf der Strecke blieb. So wurden immer häufiger Bands szenefremder Musikkulturen, wie Metal, Mittelalterrock, neue deutsche Härte oder Visual Kei, als Gothic vermarktet, während das Zentrum der Gothic Bewegung schrittweise ins Abseits geriet

 

 

 

Das Wave Gotik Treffen, (Abk.: WGT) ist ein Festival der schwarzen Szene, das jährlich am Pfingstwochenende in Leipzig stattfindet. Mit über 18.000 Besuchern ist es neben dem in Hildesheim stattfindenden M'era Luna eine der größten Veranstaltungen der alternativen und schwarzen Szene.

 


 

.::Mythos und Wahrheit::.

 

Das  Ursprungsgebiet des Vampirglaubens ist Überlieferungen zufolge Westeuropa und Südosteuropa. Er bildet den Kernpunkt der slawischen Mythologie. Legendäre Plattform und Zentrum allen Vampirgeschehens ist seit alters her der gesamte Karpatenraum, ganz besonders aber von Transsilvanien. So auch Bulgarien, Griechenland, Serbien, Ungarn und das östliche, grenznahe Österreich. Alten Berichten ist zu entnehmen, dass der Mythos "Vampir", sich im Laufe der Jahrhunderte vom Spuk und Fluch für ganze Dorfgemeinschaften zum blutsaugenden Untoten gewandelt hat. Das Hauptaugenmerk richtet sich in erster Linie auf den Vorgang des Verlassens das Grabes, und hier kommt auch die christlich- orthodoxe Kirche ins Spiel. Der Tod war ein unheimliches Mysterium, dem, von z.B. Priestern, mit größtmöglicher Distanz begegnet wurde. Somit reichte eine geringfügige Veränderung des Grabzustandes (Erdrutsch, Löcher, eingesunkener Grabstein), um die Menschen dazu zu bewegen das Grab zu öffnen und den Toten noch einmal zu  "töten."

 

 

  Heute ist der Vampir Mythos über die ganze Welt verbreitet. In Kroatien jedoch, in dem Dorf Kringa, ist im Jahr 1652 der erste schriftlich erwähnte Vampir gestorben. Ein Bauer namens Jure Grando. Die Legende besagt, dass er um 1672 untoterweise aus seinem Grab gestiegen sein soll, um das gesamte Dorf zu terrorisieren. Erste Erwähnungen in der europäischen Literatur fand der Untote in einem Buch von Johann Weichard Valvasor. Wieder gefunden hat sich das Schicksal von Jure Grando in dem umfangreichen Werk "Die christliche Mystik" von Johann Joseph von Görres, gedruckt um 1836- 1842 in Regensburg. Der neuzeitliche Vampirismus gründet sich hauptsächlich auf die Vorstellungen von Bram Stoker, J. Sharidan Le Fanu und John Polidori. Medienmäßig könnte man Bram Stoker für das moderne Bild des Vampirs verantwortlich machen. Der britische Okkultist Montague Summers (1880- 1948) ist der geistige Urvater vom heute weit verbreiteten Vampir Bild und für eine Vielzahl von Vampir Namen verantwortlich. Das er das so gut konnte, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass er fest an die Existenz von Vampiren und Werwölfen glaubte.  

 

 

 Die Vorstellung, dass Vampire sich vom Blut Lebender ernähren müssen, um zu überleben, wurzelt teilweise in dem Auftauchen der Geschichte der Gräfin Erzsébet Báthory, der  "Blutgräfin", einem Spross einer ungarischen Adelsfamilie. Nach dem Tod ihres Ehemanns soll sie im Blut zahlreicher Dienstmädchen, die unter verheißungsvollen Vorwänden in das Schloss gelockt wurden, gebadet haben, um sich jung und schön zu erhalten. Diese Geschichte wurde jedoch nie belegt oder bewiesen. Der populärste Vertreter des Vampirismus "Dracula" (Vlad III, Drăculea), entspringt der rumänischen Volksmythologie, dies ist an Vlad Ţepeş (der "Pfähler"), angelehnt. Es ist anzunehmen, dass es sich in diesem Falle um eine falsche Übersetzung von einer schottischen Autorin  aus dem 19 . Jahrhundert handelt. Doch daran wiederum orientierten sich weltweit die verschiedensten Autoren und daraus entstand die romantische Vampirlegende "Graf Dracula".

 

         

 

Das Wort "Werwolf " bedeutet in der germanischen Mythologie "Mannwolf", im Sinne von reißen, weren und töten. Ein sogenannter Lykanthrop, ein Werwolf, verwandelt sich in der Vollmondnacht in ein reißendes, wolfsähnliches Ungeheuer mit glühenden Augen und streift von einem unstillbaren Verlangen  nach Blut umher. Kommt ein Opfer bei einer Attacke mit dem Leben davon, gezeichnet von den Klauen und Zähnen des Werwolfs, so wird ihm das gleiche Schicksal zuteil. Er verwandelt sich in einer Vollmondnacht auch in einen Werwolf, und der unheilige Kreislauf hat sich erneut geschlossen. Darüber hinaus stehen Werwölfe im Verdacht mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Töten kann man so eine Kreatur nur durch einen Pfeil oder eine Kugel aus reinem Silber, die mit Weihwasser besprengt wurde. Auch Verbrennen und Kopf abtrennen machen einen Werwolf unschädlich. Man nennt die Linie des Werwolfes auch den Fluch des Blutes .

 

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Dass Menschen sich in Vollmondnächten in Werwölfe verwandeln ist keine Erfindung der Neuzeit, vielmehr geht dieser Aberglaube zurück bis weit in die Steinzeit. Im Bereich des Schamanismus geht es u.a. darum, sich in Tiere zu verwandeln, besonders in den Wolf. Das belegen Höhlenzeichnungen und Schnitzereien. Dies setzt sich fort in "Faunus", einem altitalienischen Gott, der auch als "Wolfsgott" bekannt ist. Die Göttin Ishtar verwandelt im Gilgamesch Epos einen Schäfer in einen Wolf. Ein Reitervolk, das nördlich des schwarzen Meeres lebte, die Skythen, behängten sich bei Volks- und Kultfesten mit Wolfsfellen, um ihrem wolfsähnlichen Gott zu huldigen. Auch aus der griechischen Mythologie ist Derlei bekannt. Zeus verwandelte den König der Arkadier "Lykaon" in einen Wolf. Herodot schreibt über ein Volk, das sich für mehrere Nächte im Jahr in Wölfe verwandelt.

 

 

 Im Mittelalter wurden nicht nur Hexen und Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wer in dem Verdacht stand ein Werwolf zu sein , den ereilte das gleiche Schicksal. Das geht aus zahlreichen Prozess Protokollen der Inquisition hervor. Ganz besonders verdächtig waren Außenseiter. Wer des nächtens außerhalb seiner Behausung oder der Dorfgemeinschaft gesehen wurde, musste mit Anklagen in diesem Sinne rechnen. So geschehen mit dem Viehhirten Johan Huke aus dem 17. Jahrhundert. Er hatte außerdem noch die Funktion eines Vieh Doktors inne. Er sprach über Viehherden den Wolfsbann, weil ihm magische Kräfte zugeschrieben wurden. Als der gewünschte Erfolg jedoch einmal ausblieb, kam es zur Anklage. Man beschuldigte ihn als Werwolf über die Viehherden hergefallen zu sein, was er unter der Folter auch gestand. Er wurde, wie viele andere vor ihm, auf dem Scheiterhaufen als angeblicher Werwolf verbrannt.

 

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Vampire, Werwölfe, Dämonen, Monster, Gargoyles, Hexen usw., sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ob in der Filmindustrie, in Büchern, an Halloween, zum Karneval an Lagerfeuern oder zum Fasching, so gestalten sie unser Leben bunter und versetzen uns hier und da in einen Zustand angenehmen Grusels. Inwieweit diese Figuren einen Platz in unserem Leben einnehmen, muss jeder für sich entscheiden, aber in meinem Leben haben sie ihren festen Platz.

 

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